<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: Kunst und Markt versus Kunst und Leben	</title>
	<atom:link href="https://xn--monikahchtl-xfb.de/kunst-und-markt-versus-kunst-und-leben/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://xn--monikahchtl-xfb.de/kunst-und-markt-versus-kunst-und-leben/</link>
	<description>Arbeitspositionen</description>
	<lastBuildDate>Sun, 15 Feb 2026 17:29:56 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>
		Von: Birgit Maria Sturm		</title>
		<link>https://xn--monikahchtl-xfb.de/kunst-und-markt-versus-kunst-und-leben/#comment-4</link>

		<dc:creator><![CDATA[Birgit Maria Sturm]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2016 18:14:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://xn--monikahchtl-xfb.de/?p=313#comment-4</guid>

					<description><![CDATA[Sehr geehrte Frau Höchtl,

durch Zufall finde ich gerade Ihren Kommentar zu meinem Vortrag vor zwei Jahren in der Polytechnischen Gesellschaft.
Nun, er war ja konkret angekündigt mit diesen drei Namen und die Auswahl fand unter dem Aspekt der Trägerschaft des ART COLOGNE-Preises statt, mit dem unser Verband verdienstvolle Galeristen jährlich würdigt. Der Vortrag war gezielt nicht unter dem Signet einer Abrechnung mit dem Kunstmarkt angekündigt, derlei gibt es ja genug.
Michael Werner und Fred Jahn haben aus minimalst kleinen Verhältnissen angefangen. Insbesondere bei Fred Jahn habe ich betont, dass es ihm nicht um name-dropping, sondern sehr wohl auch um Zusammenarbeit mit regionalen Künstlern geht, an die er &quot;glaubt&quot; und von denen er genau weiss, dass die Situation so beschaffen ist, dass diese keine Karriere auf internationalem - noch nicht einmal auf nationalem Parkett machen werden. Ausstellungen solcher Künstler konnte und kann er nur finanzieren, weil er eben auch sehr namhafte Künstler vertritt bzw. verkauft. Hinzu kam bei ihm die Besonderheit des &quot;Bekenntnisses&quot;, selbst gegenüber den &quot;Blue Chip-Galerien&quot; nicht mithalten zu können und aufgrund eines Künstlerprojektes fast in die Pleite getrieben worden zu sein - hierfür hatte ich Gründe genannt. Jeder andere, der über weniger Rückgrat - vielleicht auch über weniger Wahnsinn verfügt, hätte unter diesen Umständen aufgegeben.  
Sie können in Frankfurt ja gerade die Baselitz-Ausstellung im Städel sehen. Anfang der 60er Jahre war Baselitz ein Nobody, für den sich ausser einer Handvoll versprengter Leute kein Mensch interessiert hat. Seine Malerei galt aus mindestens einem Dutzend Gründen, die ich hier nicht wiederholen brauche und die bekannt sind, als komplett indiskutabel. Es gab nur einen Einzigen, der an diesen Künstler - gewissermaßen gegen den Rest der Welt - geglaubt und ihn unverdrossen ausgestellt hat, wobei dieser Mann von Anfang der 60er bis Ende der 70er Jahre von der Hand in den Mund gelebt und selbst bei seinen Kollegen kaum Anerkennung erfahren hat: Michael Werner, sein Galerist, also einer mit dem von Ihnen monierten &quot;Scheuklappenblick&quot;. 
Dass also diese beiden differenziert dargestellten Beispiele bei Ihnen das offenbar tief sitzende Ressentiment gegen den Kunstmarkt verfestigt statt relativiert hat, ist mir unbegreiflich - obgleich nur allzu vertraut. Es ist ja auch immer am einfachsten, negative Projektionsflächen aufrecht zu erhalten. Übrigens wird es - sehr schön am Beispiel der Berichterstattung zur &quot;Helden-Ausstellung&quot; zu sehen - komplett ausgeblendet, dass Baselitz die Anfangsjahre seiner &quot;Karriere&quot; Michael Werner zu verdanken hat, ohne den er längs nicht da wäre, wo er heute ist.
Und noch etwas: Unser Verband ist seit ca. 40 Jahren zum Nulltarif und arbeitsintensiv damit beschäftigt, jährlich ein Förderprogramm für junge Künstler auf der Art Cologne durchzuführen, damit diese eine gute Chance haben, in den Markt einzutreten und somit eine Basis für &quot;Existenzsicherung&quot; haben können. Auch dies führt nicht immer zum Ziel. Fakt ist: zu viele Künstler, zu viele (oder je nach Blickwinkel: zu wenige) Galerien - viel zu wenig Sammler und Kunstkäufer. Das ist das eigentliche Problem, dass von Ihnen und vielen anderen einfach nicht wahrgenommen wird. 

Mit freundlichen Grüßen
Birgit Maria Sturm]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau Höchtl,</p>
<p>durch Zufall finde ich gerade Ihren Kommentar zu meinem Vortrag vor zwei Jahren in der Polytechnischen Gesellschaft.<br />
Nun, er war ja konkret angekündigt mit diesen drei Namen und die Auswahl fand unter dem Aspekt der Trägerschaft des ART COLOGNE-Preises statt, mit dem unser Verband verdienstvolle Galeristen jährlich würdigt. Der Vortrag war gezielt nicht unter dem Signet einer Abrechnung mit dem Kunstmarkt angekündigt, derlei gibt es ja genug.<br />
Michael Werner und Fred Jahn haben aus minimalst kleinen Verhältnissen angefangen. Insbesondere bei Fred Jahn habe ich betont, dass es ihm nicht um name-dropping, sondern sehr wohl auch um Zusammenarbeit mit regionalen Künstlern geht, an die er &#8222;glaubt&#8220; und von denen er genau weiss, dass die Situation so beschaffen ist, dass diese keine Karriere auf internationalem &#8211; noch nicht einmal auf nationalem Parkett machen werden. Ausstellungen solcher Künstler konnte und kann er nur finanzieren, weil er eben auch sehr namhafte Künstler vertritt bzw. verkauft. Hinzu kam bei ihm die Besonderheit des &#8222;Bekenntnisses&#8220;, selbst gegenüber den &#8222;Blue Chip-Galerien&#8220; nicht mithalten zu können und aufgrund eines Künstlerprojektes fast in die Pleite getrieben worden zu sein &#8211; hierfür hatte ich Gründe genannt. Jeder andere, der über weniger Rückgrat &#8211; vielleicht auch über weniger Wahnsinn verfügt, hätte unter diesen Umständen aufgegeben.<br />
Sie können in Frankfurt ja gerade die Baselitz-Ausstellung im Städel sehen. Anfang der 60er Jahre war Baselitz ein Nobody, für den sich ausser einer Handvoll versprengter Leute kein Mensch interessiert hat. Seine Malerei galt aus mindestens einem Dutzend Gründen, die ich hier nicht wiederholen brauche und die bekannt sind, als komplett indiskutabel. Es gab nur einen Einzigen, der an diesen Künstler &#8211; gewissermaßen gegen den Rest der Welt &#8211; geglaubt und ihn unverdrossen ausgestellt hat, wobei dieser Mann von Anfang der 60er bis Ende der 70er Jahre von der Hand in den Mund gelebt und selbst bei seinen Kollegen kaum Anerkennung erfahren hat: Michael Werner, sein Galerist, also einer mit dem von Ihnen monierten &#8222;Scheuklappenblick&#8220;.<br />
Dass also diese beiden differenziert dargestellten Beispiele bei Ihnen das offenbar tief sitzende Ressentiment gegen den Kunstmarkt verfestigt statt relativiert hat, ist mir unbegreiflich &#8211; obgleich nur allzu vertraut. Es ist ja auch immer am einfachsten, negative Projektionsflächen aufrecht zu erhalten. Übrigens wird es &#8211; sehr schön am Beispiel der Berichterstattung zur &#8222;Helden-Ausstellung&#8220; zu sehen &#8211; komplett ausgeblendet, dass Baselitz die Anfangsjahre seiner &#8222;Karriere&#8220; Michael Werner zu verdanken hat, ohne den er längs nicht da wäre, wo er heute ist.<br />
Und noch etwas: Unser Verband ist seit ca. 40 Jahren zum Nulltarif und arbeitsintensiv damit beschäftigt, jährlich ein Förderprogramm für junge Künstler auf der Art Cologne durchzuführen, damit diese eine gute Chance haben, in den Markt einzutreten und somit eine Basis für &#8222;Existenzsicherung&#8220; haben können. Auch dies führt nicht immer zum Ziel. Fakt ist: zu viele Künstler, zu viele (oder je nach Blickwinkel: zu wenige) Galerien &#8211; viel zu wenig Sammler und Kunstkäufer. Das ist das eigentliche Problem, dass von Ihnen und vielen anderen einfach nicht wahrgenommen wird. </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Birgit Maria Sturm</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
